Konzept der Fachgruppe Mathematik am Gymnasium Groß Ilsede zur Förderung von Schülerinnen und Schülern mit besonderen Schwierigkeiten im Rechnen

 

Rechenschwäche wird auch als Dyskalkulie oder Arithmasthenie bezeichnet.

Unser Konzept zur Förderung von Schülerinnen und Schülern mit dem Symptom Dyskalkulie geht nach Informationen von Fachleuten zunächst von zwei Grunderkenntnissen aus:

  1. Selbst im Primarbereich haben pro Klasse durchschnittlich höchstens zwei Kinder besondere Schwierigkeiten im Rechnen. Eine Förderung in diesem Bereich führt dazu, dass von den Kindern am Gymnasium - wenn überhaupt - höchstens noch ein oder zwei Kinder pro Jahrgang mit diesen Schwierigkeiten zu tun haben.
  2. Die Problematik "besondere Schwierigkeiten im Rechnen" ist nicht gleichbedeutend mit der Problematik "Schwierigkeiten im Fach Mathematik". Die mathematischen Inhalte, die hier von Bedeutung sind, beziehen sich auf Unterrichtsgegenstände in den Schuljahrgängen 1 bis 3. Bei den Schülerinnen und Schülern mit Dyskalkulie sind Fehlentwicklungen und/oder Entwicklungsverzögerungen beim Verständnis von Zahlbegriff und/oder Grundrechenarten gegeben. Solche Fehlentwicklungen lassen sich von besonders geschulten Fachleuten zumeist in Einzelarbeit mit den Kindern korrigieren. Es kann nötig sein, dass sich die Betreuung über längere Zeiträume erstrecken muss.

Von diesen Erkenntnissen ausgehend basiert unser Konzept auf drei wichtigen Einzelphasen, die im Bedarfsfall zu wiederholen sind.

 

Dyskalkulie erkennen

Fördern in Absprache

Überprüfen der Förderungsmaßnahmen

 

 

  1. Dyskalkulie erkennen

Zunächst sind wir darum bemüht, bei den Kolleginnen und Kollegen der Fachgruppe Mathematik eine Kompetenz für eine erste Diagnosefähigkeit bezüglich Dyskalkulie zu erlangen.

Dies geschieht

    1. durch die Teilnahme von Mitgliedern der Fachgruppe Mathematik an Fortbildungen zu diesem Thema, vornehmlich von den Kolleginnen und Kollegen, die in den Jahrgängen 5, 6 und 7 unterrichten,
    2. durch anschließende Information der Fachgruppe und
    3. durch die Teilnahme an sonstigen Vorträgen zu diesem Thema.
      (Interessierte Eltern/Erziehungsberechtigte sind hierzu eingeladen. Informationen über derartige Veranstaltungen werden rechtzeitig in der Elternschaft unserer Schule und im Kollegium bekannt gegeben.)

Dyskalkulie muss also erkannt und von anderweitigen, zwischenzeitlichen Schwächen im Fach Mathematik unterschieden werden. Mögliche Wege hierfür sind

  1. Beobachtungen im Unterricht speziell im Fach Mathematik
  2. Informationen durch Eltern/Erziehungsberechtigte
  3. Lernentwicklungspläne der betroffenen Schülerinnen und Schüler. 
     
  1. Fördern in Absprache

Für den Fall, dass das Vorliegen von Dyskalkulie für sicher gilt oder auch nur für möglich gehalten wird, setzen sich zunächst die jeweilige Klassenlehrerin/der Klassenlehrer mit den Eltern/Erziehungsberechtigten des betroffenen Kindes zusammen und erörtern die Ausgangslage. (Selbstverständlich ist der Informationsfluss auch in umgekehrter Richtung möglich.) Alle weiteren Kolleginnen und Kollegen, die dieses Kind unterrichten, werden um entsprechende Stellungnahmen gebeten. Sollte Dyskalulie erkannt sein oder sich der Verdacht hierauf verstärken, wird im Rahmen einer Klassenkonferenz - möglichst mit den Eltern/Erziehungsberechtigten - besprochen, welche Maßnahmen im Einzelfall getroffen werden sollen, um dem betroffenen Kind individuell zu helfen. Die Teilnahme des Beratungslehrers der Schule an der Klassenkonferenz ist erwünscht.

Erster Ansprechpartner für die Eltern ist bei Problemen im Zusammenhang mit Dyskalkulie entweder die jeweilige Klassenlehrerin oder der jeweilige Klassenlehrer.

Welche Maßnahmen stehen der Schule / der Lehrkraft zur Förderung von Schülerinnen und Schülern bei Dyskalkulie zur Verfügung?

Zunächst soll aber darauf hingewiesen werden, dass eine Förderung durch Nachhilfe oder Förderstunden im üblichen Stil kein geeignetes Mittel ist, die Probleme mit der Dyskalkulie zu beseitigen.

Am Anfang muss eine ausführliche Diagnose der Lernausgangslage für das betroffene Kind stehen. Hilfreich ist hier unter anderem die Verwendung der "Förderdiagnosebox" aus dem Schroedel-Verlag. Diesbezügliche Materialien werden von der Fachgruppe Mathematik angeschafft, um sie den jeweiligen Kolleginnen und Kollegen zur Verfügung zu stellen.

Fazit: Besondere Förderung erfolgt durch

      • passende Materialien/Mathematikförderprogramme auf handlungsorientierter Basis, deren Auswahl in der Fachgruppe Mathematik getroffen wird.
      • Mittelfristige Förderung in Einzel- oder leistungshomogenen Kleinstgruppen wird einer längerfristigen Arbeit in größeren Gruppen vorgezogen.

Grundsätzlich gilt: "Die schulischen und außerschulischen Fördermaßnahmen sind abzustimmen". 
 

  1. Überprüfen der Förderungsmaßnahmen

Die in der Klassenkonferenz vorgeschlagenen Maßnahmen werden durchgeführt. Nach vorher in der Klassenkonferenz vereinbarten Zeiträumen wird überprüft, inwieweit ein Fortschritt in der Lernentwicklung bei der Schülerin oder dem Schüler eingetreten ist.


Dabei gilt in jedem Fall: "Eine konsequent positive Rückmeldung auch über kleine Lernfortschritte ist zur Stärkung und zum Erhalt der Leistungsbereitschaft der betroffenen Schülerinnen und Schüler notwendig".

Sollten die Maßnahmen nicht wie gewünscht greifen, bemüht sich die Klassenkonferenz um alternative Förderungswege, deren Erfolg wieder nach vereinbarten Zeiträumen überprüft wird. Im Erfolgsfall werden die Maßnahmen, die eine positive Entwicklung ermöglichten, in der Gesamtkonferenz vorgestellt. Derartige Lösungen werden als wichtige Hilfestellung gesondert gesammelt. Ansprechpartner ist Frau/Herr .... .)


Hinweis auf die Leistungsfeststellung und Leistungsbewertung         

Nach dem unten angegebenen Erlass Nr. 4.1 ist ein Abweichen von den für alle Schülerinnen und Schülern geltenden Maßstäben der Leistungsbewertung im Bereich "Rechenschwierigkeiten" nur in der Grundschule und im Primarbereich der Förderschule zulässig. Daraus folgt, dass für die Sekundarstufe I am Gymnasium ein Abweichen der Leistungsfeststellung und Leistungsbewertung im Fach Mathematik - anders als in sprachorientierten Fächern - grundsätzlich nicht möglich/ nicht zulässig ist.

Grundlage für das obige Konzept ist der Erlass zur " Förderung von Schülerinnen und Schülern mit besonderen Schwierigkeiten im Lesen, Rechtschreiben oder Rechnen" vom 04.10.2005.      

    
Zum Erlass                                 Ein Link zum Thema Dyskalkulie

 

Die Fachobfrau Mathematik 
Manuela Hilse