Chinaaustausch: Besuch in Nanchang vom 10.03. – 24.03.16

Nachdem die chinesischen Austauschschüler im September 2015 im Landkreis Peine zu Besuch waren, drei chinesische Schüler davon bei uns am GGI, flog unsere Delegation vom 10.03. – 24.03.16 nach Nanchang. Von unserer Schule waren mit dabei: Alina Henne (10.2), Leah Bethmann (10.2), Sven Meyer (10.1) sowie Frau Schulz.

Wir verbrachten dort zwei spannende Wochen, die viele Überraschungen und tolle Erlebnisse für uns bereithielten, ob in den Gastfamilien, beim Essen, dem Besuch der Schulen oder Ausflügen in die Umgebung. Von einem speziellen Abenteuer möchte ich hier berichten.

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Der Verkehr in China  von Sven Meyer

Um den Verkehr in China mit Adjektiven zu beschreiben: Interessant. Gewöhungsbedürftig. Abenteuerlich. Lebensgefährlich. Chinesen fahren nach dem Motto „Hupe an, Augen zu und durch“. Es gibt zwar eine Art Straßenverkehrsregelung, aber an die wird sich oft nicht gehalten. So bleibt man mitten auf der Straße stehen, um auszusteigen, fährt vierspurig auf einer zwei- spurigen Straße, steuert auch mal kurz in den Gegenverkehr oder man drängelt so sehr es eben geht. Man passt sich an und nimmt es gelassen.

Der Verkehr lässt sich grundsätzlich in zwei Arten aufteilen: Privatverkehr und öffentlicher Verkehr.

Öffentlicher Verkehr. Hiermit sind die Taxen, Bus und Bahn gemeint. Davon hat Nanchang einige zu bieten.

Taxen, die reinste Gefährdung für das Allgemeinwohl, denn sie fahren schnell, rücksichtslos und es gibt unzählige von ihnen. Allerdings sind sie, im Gegensatz zu Deutschland, billig.

Busse. Um mit einem Bus zu fahren, muss man während des Einsteigens einen Yuan, umgerechnet etwa 14 Cent, bezahlen, dann kann man aber auch durch die ganze Stadt fahren, solange man will. Zudem sind die Busse meist sehr voll, vergleichbar mit der 530 nach der 6. Stunde.

Die U-Bahn ist ein gutes Verkehrsmittel, um dem Stau und der riskanten Fahrweise anderer zu entgehen. Sie ist billig, voll, aber auch sicher. Handgepäck wurde beim Betreten der Station, ähnlich wie bei einem Flughafen, mit einer Maschine durchleuchtet und kontrolliert, ob man Sprengstoff, Feuerzeuge, Lithium-Powerbanks oder sonstiges Gefährliches mit sich führt. Des Weiteren sind die Gleise mit einer Glaswand vom Aufenthaltsbereich abgetrennt, um Unfälle zu vermeiden.

Privatverkehr. In Nanchang gibt es vergleichsweise wenig Autos, aber viele elektrische Mofas bzw. Roller. In chinesischen Autos ist es eine Art Tradition, eine Buddha-Statue auf dem Armaturenbrett stehen und mindestens eine Sitzunterlage auf den Vordersitzen zu haben. Zudem hat man oft ein Plastikstück zur Hand, das man in den Anschnaller steckt, damit kein Alarm losgeht, wenn man keinen Gurt anlegt. Obwohl es gesetzlich vorgeschrieben ist, ist es unüblich, sich anzuschnallen, denn sonst würde man dem Fahrer signalisieren, dass er schlecht fährt.

Abgesehen von den Autos, bevölkern unzählige Roller die Straßen von Nanchang. An den Lenkern sind Decken befestigt und am Gas und an der Bremse sind Ofenhandschuhe angebracht gegen die Kälte und den Fahrtwind. Da niemand einen Helm trug, fragten wir unsere chinesischen Partner, ob es in China eine Helmpflicht gäbe. Die Antwort war einleuchtend, doch irgendwie beunruhigend: Es gibt keine Helme, da es keine Läden gibt, die Helme verkaufen. Wenn man also doch einen haben möchte, muss man ihn im Internet bestellen. Und als wäre das noch nicht zu viel des Guten, mussten wir auch noch feststellen, dass die Roller teilweise hoffnungslos überladen sind, sei es mit Waren oder zu vielen Menschen.

Nachdem wir den Fahrstil und die Sicherheitsvorkehrungen der Chinesen erlebt hatten, fragten wir unsere Austauschschüler, ob es viele Unfälle geben würde. Und, wie könnte es auch anders sein, gibt es sehr viele Unfälle. Dies war natürlich die Antwort, die wir zur Beruhigung hören wollten. Doch letzten Endes haben wir jedes Mal unser Ziel erreicht, ohne schwerwiegende psychische oder physische Leiden davonzutragen.

 

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