Faszination Kunst

"Kultur ist jeder zweite Herzschlag unseres Lebens"

Hans Marchwitza (1890-1965)

 

 

 Was sind die Ziele unseres Faches?

  

Joseph Beuys sagte jenen vielzitierten und oft kritisierten Satz: "Jeder Mensch ist ein Künstler!" Dies kennen Sie! Wissen Sie auch wie der Satz weiter geht? Nein? Dann schauen Sie mal: "Jeder Mensch ist ein Künstler (...) wenn er frei zum Denken ist"! Nun werden Sie sich sicherlich fragen, ob wir nicht alle frei im Denken sind. Auf den ersten Blick mag das so scheinen!  Aber bei genauerer Betrachtung wird unser Denken und damit unser Handeln durch vorgegebenen Muster zementiert. Kleinigkeiten, die Schönheiten des Alltags nehmen unsere Kinder oft nicht mehr wahr, archetypische Sinne gehen verloren. Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken braucht es die Kunst, die verfestigte Strukturen aufbricht und Kreativität befördert. Letzteres erleben wir als Lehrer in unserem Unterricht jeden Tag.

Schauen Sie sich einfach mal unsere vielen Schauvitrinen und Ausstellungsflächen im Schulhaus und im Schulgarten an. Dort hängen riesige mit bunten Farbschlieren versehenen Papierbahnen, aus denen sich menschliche Figuren mit Tusche graben, neben kleinformatigen surrealistischen Collagen aus Zeitschriften und Katalogen, neben Fotografien von Land Art Projekten, neben aleatorischen Hoch- und Tiefdrucktechniken, neben klassischen naturalistischen Portraits und Stillleben, neben perspektivischen Raumzeichnungen, neben abstrakten und realistischen Öl- und Acrylgemälden, neben Materialnstallationen und Großplastiken aus Pappmachée....

Sie sehen die Freiheit im Umgang mit Materialien und Techniken kennt bei uns keine Grenzen! Hierbei erhalten wir immerwieder hochprofessionelle Unterstützung durch z. T. international renommierte Künstlerinnen und Künstler, die bei uns Workshops anbieten.

                                                                                                                            
   

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Geheimnisvolle Installationskunst am GGI

 

International bekannte Installations- und Performancekünstlerin Myriam Laplante war drei Tage zu Gast im Gymnasium Groß Ilsede

Myriam Laplante ist eine großartige Künstlerin, die nicht nur für ihre zahlreichen Performances bekannt ist, sondern auch viele Installationen auf die Beine gestellt hat. Ihre Kunst ist humorvoll, aber regt zum Nachdenken an und öffnet dem Betrachter auf eine absurde Weise die Augen.

Dies durften auch die Schülerinnen und Schüler der Kunst Leistungskurse der Oberstufe in Erfahrung bringen, denn Myriam Laplante hielt in der Aula des Gymnasiums in Groß Ilsede einen Vortrag über ihre Performances und Installationen. Mit ihrer heiteren und offenen Vortragsweise ergatterte sie schnell ein paar Lacher und eroberte damit auch die Herzen ihrer Zuhörer.

Ein paar Schülerinnen und Schüler durften die Künstlerin dann an zwei weiteren Tagen näher kennen lernen, doch da hieß es keineswegs Faulenzen, denn zuvor hatte Myriam Laplante den Schülern die Aufgabe gegeben, zu Hause wahllos einige Dinge zu ergreifen und sie beim nächsten Treffen mitzubringen.

Am Tag des Wiedersehens eröffnete Myriam Laplante den Schülern dann die Aufgabe. Es sollte eine Wand gestaltet werden, aber nicht nur irgendwie – auf der einen Seite sollten Werke befestigt werden, die an der gleichen Stelle auf der anderen Seite in ihrem Sinn oder in der Form fortlaufen, sodass bei dem Betrachter das Interesse geweckt wird nachzuschauen, was auf der anderen Seite der Wand auf ihn wartet.

An Kreativität mangelte es den Schülern auf keinen Fall, denn es fanden sich schnell zahlreiche Ideen. Probleme entdeckten die Schüler nur bei der Frage, wie sie ihre manchmal sehr groß und schwer ausfallenden Werke an die Wand bringen sollten, doch auch dort trieben Myriam Laplante und der begleitende Kunstlehrer Helge Meyer stets eine Lösung auf.

So verbrachte eine Auswahl von Schülern der 4 Kunst-Leistungskurse zwei Tage damit, ihre Werke zu gestalten, an die Wand zu bringenund sich mit Myriam Laplante auszutauschen.

Schließlich präsentierten die Schülerinnen und Schülern zum Abschluss ihre Installation, bei der sie begeistert von ihren gesammelten Erfahrungen und der Zusammenarbeit mit Myriam Laplante berichteten.

 

 

 

Bericht: Julia Steging, Februar 2014

Jamie McMurry am GGI: Emotionales Kramen in der Vergangenheitskiste

 

Am Mittwoch, dem 23. Oktober 2013 haben einige Schülerinnen und Ehemalige unseres Gymnasiums die Möglichkeit genutzt, anhand eines Workshops mit Jamie McMurry, einem amerikanischen Performancekünstler, Einblicke in eine neue und bis dahin nahezu unbekannte Lebenswelt zu erlangen. McMurry, ein Freund des ebenfalls in der Performancekunst aktiven Kunst- und Darstellenden Spiel Lehrers Dr. Helge Meyer, hat seine Ursprünge in einer Kleinstadt namens Yakima ( Washington ), zog jedoch seines Handwerks wegen nach Los Angeles.

Vor dem Workshop bekamen die Teilnehmerinnen den Auftrag, einen Gegenstand, der ihnen sehr am Herzen liegt und mit dem viele Erinnerungen verbunden sind, mitzubringen. Einige Schwierigkeiten bei der Wahl des Objekts entstanden allerdings dadurch, dass die Aufgabe darin lag, eine Entbehrung dessen in Betracht zu ziehen. Damit bewirkte McMurry, dass sich die Teilnehmerinnen von vornherein mit ihrer Vergangenheit auseinandersetzen mussten.

Während des gesamten Workshops erhielten die Schülerinnen gute Einblicke in die Arbeit mit Emotionen und Erinnerungen, sowie in das Leben McMurrys. Besonders die Filmausschnitte seiner Performances faszinierten.

So ließ McMurry zum Beispiel Briefe an Personen schreiben,  die den Teilnehmerinnen vor einer Zeit einmal sehr wichtig waren, zu denen sie allerdings jeglichen Kontakt verloren hatten. Er schlug auch vor, diese Briefe über Herrn Dr. Meyer abschicken zu lassen, stieß jedoch mit diesem Vorschlag auf Verlegenheit unter den Teilnehmerinnen.

Im Nachhinein betrachtet beweist solch ein Schritt in die Vergangenheit und gleichzeitig in die Zukunft sehr viel Mut und lässt Respekt vor dem amerikanischen Performancekünstler aufkommen. 

Insgesamt erhielt der Workshop sehr gute Resonanzen von den Teilnehmerinnen, auch deswegen, da er sie nach dem Ende der vier Stunden noch in Erinnerungen schwelgen ließ und viel Gelegenheit zum Nachdenken bot.

Ein kleines Stück McMurrys ist allerdings noch nach seiner Abreise in unserer Schule geblieben. Es ist seine Idee, die persönlichen Gegenstände der Teilnehmerinnen weiterzuverwenden. Wer sich dafür interessiert, um womöglich selbst einmal einen Einblick in die grenzenlose Kreativität McMurrys zu erhalten, der sollte einmal in den Ecken und Nieschen unseres Gymnasiums kramen J .

 

Ricarda Ihbe und Lena Dahlberg, November 2013

Die Fachgruppe Kunst rät:

Kopf hoch!      Ein Bild sagt mehr als tausend Worte!      Im Rahmen bleiben!

Scheuklappen ablegen!   Sich unsichtbar machen!   Ideen entwickeln!    Scharf sehen!

Birgit Stolley-Martens Catrin Rother Katja Gries Helge Meyer Ruth Reimer-Niessen Ulrike Rixe Susanne Trau