Madeleine Wagner Landessiegerin
im
Rerum Antiquarum Certamen 2015/16

 

Ilseder Lateiner zum vierten Mal in Folge erfolgreich im Landesvergleich

Mit einer Preisverleihung in illustrer Runde im mittelalterlichen Refektorium des Klosters Loccum und einem anschließenden Empfang fand am 11. Juni die dritte Runde des Rerum Antiquarum Certamen 2015/16 – ein dreitägiges Auswahlseminar der Studienstiftung des deutschen Volkes – ihren Höhepunkt. Grußworten des Niedersächsischen Altphilologenverbandes und eines Vertreters der Landesregierung folgte der Festvortrag von Prof. Dr. Heiko von der Leyen zum Leben und Werk des verdienten Altphilologen Felix Jacoby, in dem der Vortragende unter anderem an die Verfolgung des jüdisch-stämmigen Forschers während des Nationalsozialismus und an die bedeutende Rolle seiner Frau, Margarethe von der Leyen, erinnerte. Sie gehörte damals zwar zu den wenigen Frauen, die das Abitur ablegen konnten, durfte sich aber noch nicht für ein Studium immatrikulieren, so dass sie zwar an den Forschungen ihres Mannes in hohem Maße beteiligt war, nicht aber die Lorbeeren ernten konnte.

Im Mittelpunkt der Redebeiträge stand die Bedeutung klassischer humanistischer Bildung, die sich nicht – wie heutzutage nicht selten – dem Diktat von Wirtschaft und Finanzen unterwirft, sondern den Menschen im Fokus behält.

Diese humanistische Bildung werde von den Preisträgern in besonderem Maße unter Beweis gestellt. Der Weg zum Landessieg sei kein einfacher: Nach einer anspruchsvollen Klausur musste in der zweiten Runde auch eine wissenschaftliche Arbeit auf Universitätsniveau mit dem Prädikat ‚sehr gut‘ abgeschlossen werden, um den Kriterien der Jury zu genügen.

Mit einer ausgezeichneten Arbeit zum Vergleich des Konzepts einer Republik in Ciceros großem Werk De Re Publica und in den von den Gründervätern der Vereinigten Staaten als Werbung für die neue Verfassung veröffentlichten Federalist Papers gelang es Madeleine Wagner, die Jury zu überzeugen: Beide Werke sind, so das Fazit, Teile eines Ringens um die beste Verfassung, eines auch heute noch andauernden Prozesses von erheblicher Bedeutung für die politische Teilhabe jedes und jeder Einzelnen. Die Aktualität zeigte sie nicht zuletzt mit einem Zitat des amtierenden amerikanische Präsidenten, der in seiner letzten State of the Union Address das Anstreben eines ‚government of, by and for the people‘ fordert.

Stolz durfte Madeleine am Samstag im Beisein der stellvertretenden Schulleiterin, Frau Heßke, und der betreuenden Lehrkraft, Frau Dr. Bethlehem, ihren Preis als Landessiegerin entgegennehmen.

Besonders freuen wir uns, dass Madeleine Wagners Landessieg bereits der vierte Erfolg und der dritte Landessieg ist, den Schülerinnen und Schüler in ununterbrochener Folge errungen haben – und das, obwohl es als nicht-altsprachliches Gymnasium unter den Mitstreitern beim RAC eine Sonderstellung einnimmt. Bereits 2009/10 wurde Anne-Lena Molke mit einem Sonderpreis ausgezeichnet, 2011/12 folgte Miriam Grefe und zuletzt 2013/14 Sean Reyhn.

 

 

Sean Reyhn Landessieger

im
Rerum Antiquarum Certamen 2013/14

Mit einer ausgezeichneten Arbeit auf Universitätsniveau behauptete sich Sean Reyhn im Rerum Antiquarum Certamen 2013/14. Er beschäftigte sich mit der sehr variablen und erstaunlicherweise nicht immer positiven Darstellung des Gründers von Rom in der klassischen Antike, unter anderem bei Livius und Cicero. Das Bild von der Preisverleihung, die in der historischen Herzog August Bibliothek in Wolfenbüttel stattfand, zeigt ihn (2. Reihe ganz rechts) im Kreise der Teilnehmer der letzten Runde und der Verantwortlichen des Altphilologenverbandes. Vorn der Festredner, der bestsellerautor und wohl bekannteste deutsche Altphilologe, Professor Dr. Wilfried Stroh.

Landessieger RAC WilfriedStroh 2014